Di

07

Jul

2009

Silvester im Juli und Mallorca im Norden

Auf nach Darwin...nach einigen sehr anstrengenden Tagen in Sydney ging am Mittwoch endlich mein Flieger nach Darwin. 4,5 Stunden spaeter landete ich gegen 16 Uhr bei tropischen 30 Grad und bezog kurz darauf spaeter mein 4 Bettzimmer etwas abseits des Trubels im Stadtzentrum. Darwin selbst hat mich etwas enttaeuscht, ich war zwar noch nie am Ballermann aber irgendwie stelle ich es mir dort so vor. Die ganze Stadt war eigentlich voll von Backpackern die eigentlich nur am Feiern waren. Wirklich was zu sehen gabs nicht. Abends gabs dann ein riesen Feuerwerk am Strand da wohl ein Nationalfeiertag war. Das Feuerwerk war wirklich klasse, am Strand hatte sich alles versammelt und der Alkohol floss in Stroemen. Auch viele Familien sassen auf ihren Campingstuehlen und grillten. Die Raketen wurden von Booten aus gezuendet und das ganze Spektakel ging ueber 20 Minuten. Ziemlich muede und fertig von der Hitze schleppte ich mich dann ins Hostel und "genoss" meine Nacht im Stockbett.

Puenktlich am naechsten Morgen gegen 6.30 Uhr holte mich der 4-wheel drive Truck von Travelwild Australia ab. Ziel: Der Kakadu National Park, eines der Weltnaturwunder. Der Truck war mit seinen riesen Raedern so hoch dass ich kaum reinklettern konnte. Die naechsten 3 Tage sollte ich in einer Gruppe von weiteren 13 Leuten verbringen. Die Gruppe war bunt gemischt, das Alter ging von 17 bis 55, die meisten Alleinreisende wie ich. Im Vergleich zu manch anderen habe ich noch verhaeltnissmaessig wenig von der Welt gesehen...Nach ca. 2 Std Fahrt (bin durch das Geruckel auf der staubigen Strasse eingeschlafen) kamen wir zu unserem ersten Ziel, einem Billabong. Billabong ist ein Wort aus der Sprache der Aboriginies, die Ureinwohner Australiens, und beschreibt eine Art Wasserloch das sich waehrend der Regenzeit fuellt.

Billabong ist ein Wort aus der Sprache der Aboriginies, die Ureinwohner Australiens, und beschreibt eine Art Wasserloch das sich waehrend der Regenzeit fuellt. Dort wartete schon ein kleines Boot auf uns...und ein 5 m langes Krokodil, welches uns aus ca. 20 Meter beobachtet. Man sah eigentlich nur die Schnauze und die Augen. Ab diesem Moment war Aufstehen im Boot strengstens verboten, der Bootsfuehrer erklaerte dass das Krokodil nur 3-4 Sekunden benoetigt um am Boot zu sein. Tja, ob wir in 3-4 Sekunden den Weg zurueck ins Boot gefunden haetten? Glaube nicht...

Dann ging die Fahrt auch schon los. Links und rechts des Billabongs sassen tausende Voegel verschiedenster Art, einige hatte ich vorher noch nie gesehen. Komischerweise hatten die nichtmal Angst, auch wenn wir ganz nah vorbei fuhren. Ein Vogel sah wirklich gigantisch aus, wie ein Pelikan, aber etwa 1,20 gross und mit tuerkis farbenen Hals und riesigen Fluegeln. Einige kleine Krokodile sonnten sich gemuetlich am Ufer, Wallabies (sehen aus wie Kaengeruhs, nur kleiner) huepften durch die Gegend....und eine seltsame Stille. Ploetzlich tauchte vor uns wieder ein riesen Krokodil auf, offensichtlich schwamm es neben uns her, man konnte kleine Luftblasen im Wasser aufsteigen sehen. Am Ende des Billabongs kamen wir an ein riesen Feld von pinkfarbenen Lotusblueten, die gerade blueten. Es war wunderschoen und leider war die Fahrt auch viel zu schnell rum.

Anschliessend ging es ueber sandige orange rote Wege zu einem Touristencenter, was leider recht langweilig war, aber immerhin gabs eine Toilette und Kaffee. Dann fuhren wir weiter zu einer alten Aboriginie Kultstaette wo man alte Zeichnungen an den Felswaenden anschauen konnte, einige sind ueber 20.000 Jahre alt. Von machen behaupten die Aboriginie, dass diese nicht von ihnen gezeichnet wurden, sondern von den "Mimis". Die Mimis waren Geister die schon lange vor den Menschen auf der Erde waren. Wenn man sich manche Zeichnungen anschaut, die kopfueber unter Vorspruengen in ca 20 m hoehe zu sehen sind, dann stellt sich tatsaechlich die Frage wer diese Sachen gemalt hat. Einen Hebekran gab es damals sicher nicht...Wir kletterten dann auf die Bergspitze von der man einen 360 grad Rundblick hatte. Die Landschaft nahm kein Ende.

Langsam ging dann auch schon die Sonne unter und tauchte die komplette Landschaft in ein rotes Licht. Als wir an einem abgelegenen Campingplatz ankamen war es dann schon stockfinster. Schnell wurde noch Brennholz gesammelt was einige Minuten spaeter lichterloh als Lagerfeuer brannte. Zelte gabs ja keine, nur etwas stinkige Schlafsaecke und sogenannte "Swags", diese eine Art Schlafsack war, aber aus festerem Stoff und eine kleinen Matratze innen. Das Kopfende konnte man zuklappen fuer den Fall dass es regnet. Insgesamt erinnerten mich diese Saecke eher an Leichensaecke :-) Waehrend wir uns Schlafplaetze suchten wurde auch schon kraeftig am Lagerfeuer gekocht. Auf dem Speiseplan stand Bueffelbratwurst und Kaenguruhsteak, dazu gabs Salat und Bratkartoffeln. Das alles wurde auf einem heissen Blech direkt ueberm Feuer gegrillt. Hmmm lecker!!! Der Schreck kam mit dem Abwaschen, ein Rohr war gebrochen und es gab so gut wie kein Wasser. Also auch kein Duschen....nach dem Abwasch sassen wir alle noch am Lagerfeuer, die Moskitos um uns herum waren unertraeglich. Zum Glueck hatte ich mich noch mit Spray eingedeckt. Glaube dieses Zeugs gibts in Europa gar nicht mehr, es handelt sich hierbei um "Deet". Angeblich zersetzt es sogar Plastik, eine totale Chemiekeule, aber relativ zuverlaessig fuer ca. 20 Minuten. Relativ frueh fielen wir dann in unsere Swags und die ersten schliefen ein.

Meine Nachbarn legten auch schon mit diversen Geschichten los und ich ueberlegte mir, ob es moeglich waere dass eine Schlange ueber mich stolpert? So im Dunklen? Ich lag ja ganz aussen. Zur Sicherheit drehte ich mich nicht richtung meinen Nachbarn um sondern in Richtung des Waldes, um jegliche Angreifer im Auge behalten zu koennen. Die Nachbarn hatten sich schon komplett in die Swags eingemummelt, fluchend ueber die Gerueche darin. Ich zog mein Deet vor. Langsam kam der Mond raus, es war fast Vollmond. Leider war es deswegen viel zu hell um ueberhaupt Sterne zu sehen. Ich hatte mir die Nacht in der Wildniss viel lauter vorgestellt, auser das Summen der Moskitos war nichts zu hoeren und so schlief auch ich endlich ein. Mitten in der Nacht wachte ich aber von einem Geraeusch auf und setzte mich hin. Ein Dingo machte sich an unserem Lagerfeuer zu schaffen, zog aber ab weil er wohl nichts fand. Ich erschreckte mich ganz schoen, denn unserer Guide hatte uns vor den agressiven Dingos gewarnt die im Rudel gefaehrlich werden koennen. Der Dingo blieb kurz stehen, guckte mich an und verschwand. Ich bewaffnete mich mit meinem Deet, machte mich aufs schlimmste bereit...und schlief ein. Von Furzgeraeuschen meiner schlafenden Gruppe, gelegentlichen Fluechen und Moskitospraygeraueschen traeumte ich von einem Hubschrauberlandeplatz den ich komplett mit Swags ausgelegt hatte, damit der Hubschrauber landen konnte. Muss wohl am Mond gelegen haben, oder am Deet das ich munter einatmete.

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