Fr

29

Mai

2009

Kein Wind...was tun?

Schoen dass ihr noch mitlest, dann bin ich ja beruhigt. So, nun gibts auch schon wieder neues zu berichten. Die erste Woche Hawaii ist schon fast wieder rum und die Zeit verfliegt wie ueblich. Wie schon erwaehnt ist kein Wind und das Wasser ist spiegelglatt. Jenny, meine Freundin bei der ich wohne und ihr Freund Nick lassen es sich daher nicht nehmen, mir in meiner Kite- und Surffreien Zeit saemtliche andere Sportarten naeher zu bringen. Angefangen hat alles mit einer kleinen Klettertour. Die beiden kennen fast jede Ecke hier, ueberall waren sie schon zum Klettern oder Mountainbiking. Also gings tief ins Landesinnere, auf nem kleinem Pfad immer tiefer in den Wald. Es war super heiss, bin ich wohl alles gar nicht mehr gewoehnt. Zum Glueck gabs ein paar schmale Hoehlen in denen es kuehl war. Irgendwie komisch durch die engen Tunnel zu klettern, wir hatten kleine Taschenlampen dabei, trotzallem habe ich mir ca 10 mal den Kopf angestossen. Abends gings dann direkt weiter zum Kickball spielen. Vielleicht erinnert ihr euch noch an Brennball aus der Schule? So aehnlich funktioniert Kickball, nur eben fuer Erwachsene und etwas schneller und schwieriger. War erstaunt wie anstrengend das ist, die Hawaianer sind wirklich sportverrueckt...am naechsten Tag waren wir dann Schiessen (schreibt man das so?). Die USA ist ja ein bischen freier was Waffenbesitz betrifft und Jenny zeigte mir dann erstmal wie man das Gewehr sauber macht und laedt. Auf Komado flogen dann Tonscheiben in die Luft die man abschiessen konnte. Hm was soll ich sagen getroffen hab ich nie wirklich. Auserdem ist das ganze Hoelle laut, trotz Ohrschuetzer, und man hat das Gefuehl direkt im Krieg zu sein. War nicht so ganz mein Ding. Auf der anderen Seite konnte man dann Bogenschiessen. Ich dachte, das sind diese alten Bogen aus Holz und Pfeile wie bei den Indianern. Stattdessen sah der Bogen aus wie eine Kriegswaffe, komplett aus Stahl, total schwer und durch diverse Raedchen und Wasserwagen total praezise. Der Pfeil, aus Karbon, wird dann eingespannt und mit einem Armband, das einen Haken hat der an die Sehne geklemmt wird, gespannt. Lustigerweise hatte ich anfangs nichtmal die Kraft den Bogen zu spannen, es kostet einige Versuche. Ist man dann bereit zu schiessen, drueckt man den Haken runter und die Sehne schnellt vor. Der Pfeil fliegt mit ner irren Geschwindigkeit...ich war gar nicht schlecht fuer den Anfang. Keine Ahnung ob die beiden mich gewinnen lassen wollten, aber ich habe einige Male sogar die meisten Punkte gehabt.

Am Montag war hier dann Memorial Day, dabei werden den Kriegsopfern gedacht und saemtlichen anderen, die durch Ungluecke ums Leben gekommen sind. Das Wetter war wunderbar und ganz Hawaii hat sich am Strand rumgedrueckt. Nick hatte sein Outtrigger Kanu dabei. Ein Outrigger sieht aus wie ein normales Kanu, hat aber einen Ausleger auf einer Seite. Im Fussraum gibts Pedale mit denen man steuern kann. Man war das Kanu schmal....nach ein paar versuchen gings aber dann ganz gut und ich bin ein bischen durch die Gegend gepaddelt. Musste ja nochmal, um mich zu gruseln, an die "Felswand" paddeln gegen die ich beim Nachtkiten beinah geschleudert wurde....Der Tag endete dann mit einem total lustigen BBQ in Waikiki am Strand. Dort wurden abends 2000 kleine Laternen aus Reispappe ins Meer gelassen, jede fuer einen gefallenen Soldaten oder Angehoerigen. Die Leute konnten die Laternen beschriften und bei Trommelschlaegen wurden sie dann mit Kanus in die Bucht gebracht und schwammen von dort in den Sonnenuntergang (vermutlich wurden sie auch wieder der Umwelt zuliebe eingesammelt). Jedenfalls hat sich alles was irgendwie in Grillstimmung war in den Parks versammelt. Die Leute waren ausgeruestet als ob sie Wochen dort verbringen. Riesige Poette mit Salat, Fleisch, Brot....alles was man sich nur vorstellen konnte. Zelte ueberall und wahnsinnige BBQ Grillstationen. Hihi...wir hatten natuerlich keinen und haben uns einen Einweggrill gekauft, die mitleidigen Blicke waren uns sicher. Nach ca. 2 Stunden war dann unser Steak auch endlich durch...steinhart und total verbrannt. Naja, aber lustig wars trotzdem. Gegen 19 Uhr wurden dann die Laternen ins Wasser gelassen, sehr dramatisch. Besonders "exotisch" war der deutsche Trompeter...ich musste ja, trotz des ernsten Anlasses, etwas lachen. Die Heimat laesst gruessen....

Am naechsten Tag waren wir dann noch an einem Felsen klettern...davon aber bald mehr...bis bald, euer Haihappen...

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