Sa
29
Nov
2008
Nun bin ich schon fast 2 Wochen da und meine zweite Station beginnt fast genauso wie in LA, ich kann nicht wirklich viel berichten. Meine Reisetasche, die zwischenzeitlich verschwunden war, ist 4 Tage später angekommen, leider fehlt ca die Hälfte des Inhalts. Vielleicht sollte ich mich in Caracas auf den Märkten umschauen, dort werden die Sachen sicher verkauft. Die erste Woche habe ich im Casa Viva verbracht, das kleine Hotel liegt direkt am Meer, die Frühstücksterasse ist wunderschön. Nervig waren eigentlich nur die Nächte. Fast jeden zweiten Abend gab es Karaoke vom Feinsten. Eine Nacht wurde bis 3 Uhr „An der Nordseeküste“ und „Griechischer Wein“ gesungen. Die letzte halbe Stunde wurde dann nur noch „Ti Amo“ gesungen – weils so schön war. Auf dem Weg nach Hause haben sich zwei betrunkene Gäste dann noch vor meiner Tür breit gemacht und sich über Sinn und Unsinn des Lebens unterhalten. An Schlaf war nicht zu denken, es war aber irgendwie lustig.
Seit einer Woche wohne ich nun im El Yaque Motion, hier ist es deutlich ruhiger, abgesehen von den Baumfröschen (bin mir immer noch nicht ganz sicher das nicht doch normale Frösche sind und die Baumfrösche nur erfunden wurden) die mich nachts wachhalten. Das El Yaque Motion ist kein Hotel sondern ein Guesthouse. Mein Zimmer hat ein Bett, eine Klimaanlage, ein Schrank und ein Bad. Kein Luxus, aber günstig....achja, es gibt auch kein warmes Wasser. Die Gemeinschaftsküche ist OK, es ist sauber und jeder hat sein Fach im Kühlschrank. Besonders die oberen Plätze sind beliebt weil die Wahrscheinlichkeit etwas geringer ist, dass Ameisen an offene Packungen gehen. Die Gäste sind bunt gemischt, einige Deutsche, zwei Schwedinnen, ein Pärchen aus Schweden nebst 8-monate alter Tochter die schon seit 3 Monaten herumreisen. Zu erwähnen ist noch die Hippie Kommune die als Selbversorger auf einer Farm in Kalifornien leben. Die 15 Personen machen alles zusammen, abends gibt’s dann sowas wie ein Gesprächskreis mit anschließendem Gute Nacht Spaziergang durch El Yaque, sicherlich um den „Sündenpfuhl“ zu begutachten.
Heute wollte ich mal joggen gehen weil ich soviel ungesundes Zeug esse. Obst und Gemüse hält sich leider nicht so lange und der einzige Supermarkt ist weiter weg. Joggen ist jedoch bei der Hitze keine gute Idee. Bin dann im Meer schwimmen gewesen. Anfangs ein komisches Gefühl, so ohne mein Surfbrett, aber es war wirklich sehr schön und mal eine ganz andere Sichtweise. Im Moment haben wir recht hohe Wellen, in anderen Teilen Südamerikas gab es wohl heftige Stürme und die Ausläufer kriegen wir hier auch zu spüren. Ist man jedoch mal durch die Brandung durchgeschwommen heben einen die Wellen dann nur noch an, die Sonne ging langsam unter und der Himmel wurde orange und rosa. Ein paar Pelikane schwammen in meiner Nähe, es war wirklich sehr friedlich, aber auch anstrengend im Meer zu schwimmen und somit eine gute Alternative zum Joggen.
Wie geht’s nun weiter? Wenn alles klappt werde ich mit einer anderen Deutschen die hier wohnt demnächst mit der Fähre aufs Festland fahren. Von dort aus geht’s mit einem Überlandbus ca. 600 km ins Landesinnere zum Orinocodelta und in die Gran Sabana. Das Orinocodelta ist ein ursprünglicher Regenwald durch den diverse Touren angeboten werden und die Gran Sabana ist eine Hochebene nahe der Brasilianischen Grenze. Hier werden Touren zu den Tafelbergen und zu den Angel Falls (das ist mit ca. 1.000 Meter der längste Wasserfall der Welt) angeboten. Jede Tour dauert ca. 4 Tage, übernachtet wird im Freien, Proviant wird in Kanus mitgenommen. Hört sich abenteuerlich an, ist aber relativ sicher. Man sollte jedoch nicht alleine spazieren gehen. Der Regenwald ist so groß wie Deutschland, Schweiz und Österreich zusammen. Unser Kontakt zu dieser Tour erzählte dass vor einigen Jahren 8 Leute nur kurz ein paar Minuten alleine herumlaufen wollten. Sie verirrten sich und sind seither verschollen, nichtmal die „Überreste“ wurden gefunden.