Sa

22

Nov

2008

Das ist Venezuela!!!

 Die erste Woche in El Yaque ist nun bald vorbei. Es kommt mir vor als ob die Zeit hier noch schneller vergeht als in den USA. Zwischen 9 und 10 Uhr auf der Terasse direkt am Meer frühstücken, Windprognosen anhören und dann an den Strand. Surfen bis ca. 14 Uhr. Pause. Surfen bis 16.30 Uhr. Sonnenuntergang um 17.30. Duschen, Happy Hour, Essen gehen, Gute-Nacht Bier trinken und brav gegen Mitternacht ins Bett...Bier wird es allerdings in den nächsten 3 Tagen nicht geben, es herrscht im ganzen Land Alkoholverbot da am Wochenende gewählt wird. Um zu verstehen was die Wahlen mit dem Alkohlverbot zu tun haben, muss man wissen, dass das venezuelanische Volk äußerst gerne trinkt, und zwar zu jeder Gelegenheit. Und man muss wissen, dass die Bevölkerung größtenteils sehr arm ist und sich nicht wirklich für Politik interessiert. Um einen Anreiz zu schaffen, wählen zu gehen, zahlt die Regierung jedem Wähler bei der Registrierung am Vorabend etwas Geld (dieses Land ist sowas von korrupt – es ist unglaublich). Letztes Jahr hatten pflichtbewusste venezuelanische Staatsbürger dann das ganze Geld direkt nach der Registrierung in Rum investiert was dazu führte, dass am Abend halb Venezuela komplett betrunken war und am morgen danach keiner mehr wählen ging. Dieses Jahr hat man daher beschlossen, einfach 3 Tage ein Alkoholverbot zu verhängen, sodass erst nach der Wahl wieder getrunken werden darf. Wir freuen uns also alle auf den Montag abend, an dem es wieder heisst „hoch die Tassen!“. Lustigerweise bekommt man in den Bars trotzdem Cocktails, nicht im Glas wie sonst, sondern im Pappbecher. Die Logik dahinter möchte ich gar nicht wissen.

 

Rund um dem Alkohol passieren hier die lustigsten Dinge. Eine„pfundige“ Gruppe Einheimischer hatte sich ein 3-er Kanu ausgeliehen.. Kaum außer Sichtweite der Station wurde erstmal der Rum ausgepackt, eine Stunde später waren alle 3 Kanu-Fahrer so betrunken dass das Kanu kenterte. Dabei stellte sich heraus, dass ein Insasse nicht schwimmen konnte. Da zu betrunken und zu dick gab es keine Möglichkeit wieder ins Kanu zu steigen. Auch die Rettungssboote konnte nicht helfen, die Bruchpiloten waren einfach zu schwer und konnten nicht reingezogen werden. So versuchten ein paar Surfer die Jungs an Land zu ziehen, was nicht gerade einfach war. Irgendwie hatten die das nicht verstanden, dass ein Surfboard nicht mit 3, 120 KG schweren und betrunkenen Schiffbrüchigen die abwechselnd versuchen sich wie Walrösser auf das Surfboard zu schmeissen, an Land segeln kann.

 

Hier die nächste Story: Vor kurzem fuhr ein vollbesetzter Jeep ohne nachzudenken ins hüfttiefe Wasser der Lagune, einfach so. Blieb natürlich stecken. Der Venezuelaner sieht das ja locker, macht erstmal die Musik an und ruft Hilfe herbei. Dieser fuhr auch munter in die Lagune, nun steckte auch das nächste Auto fest. Stunden und weiteren gescheiterten Rettungsversuchen später wurde dann Flutlicht aufgebaut und ein Kran herangeschafft der die ganzen Autos aus der Lagune ziehen musste. Vermutlich war auch hier Alkohol im Spiel.

 

Hatte ich eigentlich erwähnt dass es beim Autofahren hier keine Promillegrenze gibt? Nein? Na dann wisst ihrs jetzt...

 

Es ist teilweise wirklich unfassbar was hier jeden Tag passiert. Dieses Land ist sowas von planlos...WILLKOMMEN IN VENEZUELA

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