So
26
Okt
2008
Halbzeit! Und somit auch mal wieder Zeit euch aus dem sonnigen San Francisco zu berichten. Die Tage rauschen nur so an mir vorbei, sodass es sich anfühlt, als ob ich schon Wochen oder Monate hier wäre. Das Wetter ist wieder besser geworden, für diese Jahreszeit ist es wohl sehr warm, tagsüber meist über 25 Grad, die Luft ist aber immer angenehm frisch und jeder Morgen begrüßt mich mit strahlend blauem Himmel. Leider ist noch immer der erhoffte Wind ausgeblieben - langweilig wirds mir hier trotzdem nicht.
Letzte Woche hat mir Ted sein Fahrrad ausgeliehen, sodass ich durch die Gegend düsen konnte. Meine Muskeln dankten es mir am nächsten Tag mit einem kräftigen Muskelkater - die Hügel sind wie bereits erwähnt unfassbar steil. Meine Tour zum Golden Gate Park, der ca 5 km lang und 1 km breit ist, und zum Meer das direkt dahinter beginnt nebst Heimweg hat fast 6 Stunden gedauert :-)
Am Golden Gate Park hat mir am besten der Japanische Tee Garten gefallen, dessen Inhalt angefangen von der riesigen Buddha Statue bis zum Inventar des Teepavillions aus Japan importiert wurde. Man fühlt sich fast wie in Asien...Immerschön bergabwärts gehts dann zum Ocean Beach, der längste Strand in San Francisco. Dort empfing mich ein eisiger Wind und recht ordentliche Wellen, aus der Ferne kann man immer das Geheul der Seehunde hören. Einige Kiter und zwei mutige Windsurfer tummelten sich dort. Ziemlich verfrohren und beeindruckt fuhr ich heim um beim "Blowfish Sushi" mein Lieblingssushi zu holen. Der Küchenchef ist übrigends der einzige in SF der den giftigen Kugelfisch zubereiten darf/kann.
Die nächsten Tage verbrachte ich mit weiteren Gewaltmärschen durch diverse Viertel der Stadt, so langsam hab ich mich dran gewöhnt. Morgens gehe ich oft an der Strandpromenade joggen, aufgrund der Hügel jedoch mit recht kläglichen Zeiten. Teilweise werde ich sogar von Müttern überholt die mit ihren Kinderwägen vorsichher schiebend laufen....Egal, denn die Aussicht entschädigt. Links die Bay mit ihren Segelbooten, rechts die glitzernde Skyline vor dem tiefblauen Himmel.
Zwischen Fast Food Restaurants und mexikanischen Läden habe ich das Öko Restaurant "The Gratuade" entdeckt. Ted erzählte etwas von "Live Food"...lebende Spinnen? Mehlwürmer???? Nein, dort gibts ausschließlich veganes Essen und Rohkost. Es war fantastisch, sooo lecker. Das besondere jedoch ist nicht nur das Essen, sondern die "Spiele" die man als Gast dort spielen muss, das kann z.B. "1 Minute am Stück lachen" oder eine Antwort auf Fragen wie "Zu was sagst du heute JA?" sein. Insgeheim dachte ich mit knurrenden Magen "Ich sage JA zum Essen, und jetzt her mit dem Zeugs, und keine dummen Fragen mehr". Irgendwie bin ich dort trotzdem über 4 Stunden hängen geblieben...
Tja und so gehen hier die Tage rum und jeder hat sein eigenes Highlight, mal war es der Ausflug beim Sonnenuntergang auf den Coit Tower von dem man die gesamte Stadt und die Bay sehen kann...mal war es der Besuch in weiteren leckeren Restaurants und interessanten Bars wie im ehemaligen Hippie Viertel Haight-Ashbury. Es ist so viel wert, hier Leute zu kennen, die eine VIP Touriführung machen, weit ab der üblichen Ziele.
So auch die Kajaktour in Sausalito. Sausalito ist ein wunderschönes kleines, wenn auch etwas nobleres Fischerörtchen ca. 20 Min von Downtown entfernt. Man fühlt sich hier wie irgendwo in der Wildniss. Mit den Kajaks gings dann entlang der Küste, vorbei an Hausbooten die von Althippies und Künstlern bewohnt werden. Auch hier begegneten mir wieder die Seehunde nicht weniger stinkend dafür viel neugieriger. Sie schwimmen an den Kajaks vorbei und recken ihre Köpfe aus dem Wasser, manchmal nur 1 Meter entfernt. Das Ende der Tour war der Zugang zur Bay, die Golden Gate Bridge wieder direkt vor uns. Dummerweise begann zu diesem Zeitpunkt gerade die Ebbe, sodass das Wasser wie durch ein Nadelöhr in die Bay hinausfloss. Für einen kurzen Moment war ich mir nicht sicher ob wir es wieder schaffen würden zurück zu paddeln, die Strömung war sooo stark. Von einer Sekunde zur anderen wurde aus dem glatten Wasser eine Art Wildwasserstrudel der einen rauszog. Irgendwann waren wir aber wieder in sicherem Fahrwasser und paddelten zurück. Komischerweise habe ich keinen Muskelkater - dafür an jeder Hand einige Blasen.
Zum Abschluss statten wir den riesen Redwood Bäumen noch einen Besuch ab...sie sind tausende von Jahren alt und wirklich riesig. Wobei die, die wir gesehen haben, noch die kleineren Exemplare sind. Das Holz ist sehr speziell, selbst Feuer und sämtliches Ungeziefer kann ihm nichts anhaben - daher wurden die Bäume bis vor einigen Jahren munter abgeholzt. Ich bin mir sicher dass einige Terassen der schönen Häuser hier aus aus diesem wunderbar wiederstandsfähingen Holz gebaut sind.
Im nächsten Blog werde ich auch von dem Trip zum Surfmekka Santa Cruz und dem "Kürbis-Weitwerfen" berichten :-)
Auserdem kommt mein Bericht vom legendären "Erotic Exotic Ball" den wir gestern besucht haben. In Kalifornien wird Halloween nämlich nicht so gefeiert wie man das im TV immer sieht. Ganz im Gegenteil, aber mehr möchte ich nicht verraten, schaut die Tage einfach wieder vorbei und freut euch schon jetzt auf die lustigen Bilder von denen ich leider nur die zensierten reinstellen werde!!!!
Schaut euch auch meine Bilder und Videos bei FLICKR an. Link unter "Fotos"...
Aus dem ereignisreichen San Francisco grüßt euch ganz lieb
Eure Annette